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Nähen mit Strick – Teil 2

Strickstoffe vernähen kinderleicht

Heute gehts ans Eingemachte! Im Beitrag “Nähen mit Strick – Teil 1” habe ich dir gezeigt, wie du Strickstoffe am besten vor dem Nähen vorbereitest. Jetzt gibts die Tipps und Tricks die du beim Nähen mit der Nähmaschine oder Overlock kennen solltest!

Nähen von Strickstoffen

Jetzt geht´s los! Ich zeige dir was du beim Nähen mit der Nähmaschine beachten musst, aber auch wie es mit der Overlock am Besten klappt. Für meinen Leo-Jacquard brauchst du beispielsweise nicht zwingend eine Overlock. Die Verarbeitung ist damit oft zügiger möglich, weil manche Arbeitsschritte entfallen. Aber das Nähergebnis ist auch mit der Nähmaschine toll. Lediglich bei sehr schweren Grobstrick-Stoffen ist es wirklich sinnvoll, wenn man eine Overlock hat.

Strick nähen – Nähmaschine

Stabilisieren der Stoffkanten

Wenn es ans Nähen deines Kleidungsstücks geht, empfehle ich dir immer ein paar Probenähte an einem Stoffrest vom Zuschnitt auszuprobieren. Jeder Strickstoff ist anders, jede Nähmaschine ist anders. Nach deiner ersten Probenaht kannst du Einschätzen wie der Stoff sich an deiner Maschine verhält. Bei Strickstoffen aus dicken Garnen, die aussehen als wären sie selbst gestrickt, ist eine gute Vorbereitung der Stoffkanten wichtig. Hier können die einzelnen Fäden sonst leicht aufribbeln. Je nach Zusammensetzung des Garns ist es außerdem notwendig, die Stoffkanten zu stabilisieren, damit die Nähte nicht wellig werden. Dafür empfehle ich dir elastisches Nahtband, das auf die Stoffkanten aufgebügelt werden kann. So verhinderst du schon ein wenig, dass sich Fäden ziehen können und sorgst dafür, dass die Nähte schön stabil werden. Wenn der Stoff sehr schwer ist, kannst du die Schulternähte oder Seitennähte auch mit Formband verstärken. Bitte beachte, dass Formband nicht elastisch ist und daher nicht am Ausschnitt verarbeitet werden sollte. Den genauen Unterschied von Formband und Nahtband habe ich ausführlich in der Anleitung für den SQL-Strick-Pulli erklärt. Das Aufbügeln von einem Band an den Stoffkanten ist natürlich ein wenig zeitaufwändig. Aber das Nähergebnis ist bei einigen Stoffen definitiv sehr viel schöner!

Formband: Naht ist nicht mehr elastisch, zb. für lange Seitennähte

 

Nahtband: Naht bleibt elastisch, zb. für Ärmel oder Ausschnitt

Stichwahl

Da Strickstoffe dehnbar sind, muss die Naht natürlich auch elastisch sein. Die klassische Stichwahl an der Nähmaschine ist natürlich der Zickzack-Stich. Du kannst aber auch einen Fake-Overlock-Stich verwenden. Dafür musst du zunächst nichts anders machen, wenn du Strick vernähst. Wenn deine Naht damit aber nicht so schön wird, hast du noch andere Alternativen. Du kannst die Schnittteile mit einem Geradstich mit großer Stichlänge zusammennähen. Je nach dem wie dehnbar dein Strickstoff ist, bleibt die Naht elastisch genug und das Garn reißt nicht. Wenn das aber nicht ausreicht, verwende das elastische Nähgarn Seraflex, welches ich dir bereits im Blogpost Nähen mit Strick – Teil 1 vorgestellt habe. Denk daran, dass du eine etwas größere Nahtzugabe gewählt hast. Diese Nahtzugabe musst du natürlich jetzt auch beim Nähen beachten. Falls deine Nähmaschine keine Zentimeter-Markierungen an der Stichplatte hat, kannst du dir einfach im entsprechenden Abstand einen Streifen Maskingtape auf deine Maschine kleben.

Versäubern der Stoffkanten

Die Stoffkanten musst du natürlich noch versäubern. Das machst du jetzt besser mit normalem Nähgarn. Ich verwende am Liebsten den Gütermann Allesnäher. Wähle einen etwas breiteren Zickzack-Stich mit kurzer Stichlänge. Je grobmaschiger dein Stoff ist, desto kürzer sollte die Stichlänge sein. Achte darauf, dass der Zickzack-Stich die Stoffkante umschließt, das heißt der rechte Nadeleinstich darf “ins Leere” gehen.

Nähfußdruck reduzieren

Falls deine Nähmaschine einen verstellbaren Nähfußdruck hat, reduziere ihn bei Bedarf etwas. Meine Pfaff expression 3.2 hat das leider nicht. Das ist wirklich ein Merkmal, auf das ich bei der Auswahl einer Nähmaschine inzwischen Wert legen würde! Falls deine Naht nämlich trotz aller Tipps noch sehr wellig ist, kannst du das mit einem geringeren Nähfußdruck beheben.

Strick nähen mit der Overlock

Differentialtransport erhöhen

Eine Overlock hat im Gegensatz zu einer normalen Nähmaschine zwei Transporteure. Diese arbeiten normalerweise gleichmäßig zusammen (Differential 0 ist eingestellt). Wenn du jetzt aber sehr leichte feine Stoffe, z.b. Chiffon verarbeiten möchtest, ziehen sich die Stoffkanten leicht zusammen. Dann kannst du den Stoff beim Nähen mit den Transporteuren leicht dehnen, damit sich nichts zusammenzieht (Differential erniedrigen). Bei Strickstoffen (oder auch bei manchen anderen gestrickten Stoffen wie Sweat oder Jersey) passiert oft das Gegenteil: Die Naht wird wellig, da der Stoff zu sehr nachgibt und beim Nähen gedehnt wird. Jetzt kannst du das Differential deiner Overlock erhöhen. Dann arbeiten die Transporteure “gegeneinander” und der Stoff wird beim Nähen leicht zusammengeschoben. Das Ergebnis ist eine flache Naht ohne Wellenbildung. Schau am besten mal in der Anleitung deiner Overlock nach, falls du nicht weißt wo du den Differentialtransport an deiner Overlockmaschine veränderst.

Links: Differential zu niedrig – Mitte: Differential optimal – Rechts: Differential zu hoch

Doppelt hält besser

Falls dein Strickstoff sehr grob ist und leicht aufribbelt, empfehle ich dir eine zusätzliche Naht mit der Nähmaschine zum zusammennähen. Dann würde ich die Overlock wirklich nur zum Versäubern verwenden. Außerdem kannst du natürlich auch, falls nötig, die Stoffkanten stabilisieren mit einem Nahtband.

 

 

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