Nähen mit Strick – Teil 1

Stoffproben verschiedener Strickstoffe

Strickstoffe kinderleicht nähen

Das Vernähen von Strickstoffen schreckt Viele ab. Ich zeige dir in diesem Beitrag Tipps und Tricks, mit denen du Strick ganz einfach vernähen kannst.

Hilfreiche Nähutensilien

Nähmaschinen Nadeln

Grundsätzlich unterscheidet man beim Nähen zwischen gewebten und gestrickten (oder gewirkten) Stoffe. Beim Verarbeiten sollte man immer zum Stoff passende Nadeln für die Nähmaschine verwenden. Wusstest du, dass viele Fehlstiche nur auf falsche Nähmaschinennadeln zurückzuführen sind? Die Nadeln für Webware sind an der Nadelspitze sehr spitz und schlank, damit sie gut in das Gewebe einstechen können (z.B. Universalnadeln, Microtexnadeln). Für Strickstoffe sollte die Nadelspitze einen kleinen Kugelkopf haben. So wird sichergestellt, dass die Nadel zwischen den einzelnen Fäden hindurch gleitet und keine Maschen beschädigt. Falls du schon einmal von Hand gestrickt hast, kannst du dir gut vorstellen, was passiert wenn man einen Wollfaden durchschneidet. Es gibt spezielle Nähmaschinennadeln für Jersey oder Stretchstoffe. Mit einer Stretch – Nähmaschinennadel bist du also schon super ausgerüstet zum Nähen von Strickstoffen. Übrigens ist der Unterschied mit dem bloßen Auge für Laien nur schwer erkennbar. Die Nähmaschinennadeln von Schmetz haben daher spezielle Farbmarkierungen. So kannst du sowohl den Nadeltyp, wie auch die Nadelstärke bestimmen. Das ausführliche Nadel-ABC kannst du dir hier kostenlos runterladen.

Schmetz Farbmarkierungen

Quelle: Schmetz

Stoffklammern

Was für die Nadeln der Nähmaschine gilt, ist natürlich auch bei Stecknadeln wichtig. Ich persönlich verwende beim Nähen gerne Stoffklammern. Sie halten gut und du kannst so auch dickere Strickstoffe leicht fixieren. Wenn du keine Klammern hast, gilt: Je dicker der Stoff, desto dicker dürfen auch die Stecknadeln sein. Für feine und leichte Sommerstrickstoffe, sollten die Nadeln auch sehr fein sein. Für schwere Grobstrickstoffe dürfen es auch mal dickere Stecknadeln sein.

Markierungen im Schnittmuster

Markierungen an den einzelnen Schnittteilen übernimmst du am besten mit einer Stecknadel oder Stoffklammer. Je nach Beschaffenheit des Strickstoffs ist es schwierig einen sichtbaren Markierstift zu finden. Ich arbeite gerne mit einem Kreideminenstift. Im Set sind verschiedenfarbige Minen enthalten. Bei groben Strickstoffen nimmst du auch etwas längere Stecknadeln. Wenn diese leicht aus deinem Stoff flutschen, sind Sicherheitsnadeln auch eine gute Alternative für Markierungen.

Seraflex – elastisches Nähgarn

Damit deine Naht bei dehnbaren Stoffen nicht reißt, benötigst du einen elastischen Stich. Entweder du hast eine Overlock, oder du musst auf einen elastischen Stich deiner Nähmaschine zurückgreifen. Mein Geheimtipp um dehnbare Stoffe mit der Nähmaschine zu verarbeiten, ist aber das elastische Nähgarn Seraflex von Mettler. Das Nähgarn kommt schon seit vielen Jahren in der Modeindustrie zum Einsatz. Jetzt gibt es diese tolle Erfindung auch für Hobbynäher zu Hause! Das Nähgarn ermöglicht es dir, einen elastischen Geradstich mit der normalen Nähmaschine zu erhalten. So sparst du nicht nur Garn (im Vergleich zum Zickzack- oder Fake-Overlock-Stich), sondern bist auch schneller mit der Naht fertig. Du kannst das Seraflex normal als Ober- und Unterfaden verwenden und brauchst außer einer Nadel für elastische Stoffe nichts! Seraflex ist in 36 verschiedenen Farben im Shop erhältlich. Übrigens… Die Leo-Strick Stoffpakete enthalten direkt eine Rolle Seraflex Nähgarn in der passenden Farbe!

Seraflex elastisches Nähgarn

Vor dem Nähen von Strickstoffen

Vorwaschen

Generell empfehle ich dir immer alle Stoffe vor dem Verarbeiten zu Waschen. So bist du auf der sicheren Seite! Sollte ein Stoff beim ersten Waschen eingehen, ist dein Kleidungsstück später trotzdem nicht zu klein. Bei Strickstoffen ist das besonders wichtig, da diese oft bis zu 15% Einlaufen. Übrigens schrumpfen die Strickstoffe meist nur in der Länge. Du solltest das also bereits beim Stoffkauf beachten und entsprechend mehr Stoff einkalkulieren. Mehr zur Pflege von Strickstoffen findest du im Blogpost SQL-Strick-Pulli aus Leo-Jacquard.

Leo-Strickstoff in Blau

Zuschnitt

Wer kennt es nicht… Einmal ausversehen die Nahtzugabe etwas knapp bemessen und schon ist ein Loch in der Naht des fertigen Kleidungsstücks. Bei Strickstoff kann sich dann im schlimmsten Fall eine Masche ziehen und es entsteht ein großes Loch, das nicht mehr so leicht geflickt werden kann. Darum empfehle ich dir bei Strickstoffen eine Nahtzugabe von 1,5-2cm zu wählen. Lege den Strickstoff auf einer großen Fläche aus und richte ihn dann schön aus. Du kannst viele Strickstoffe “in Form ziehen”. Das ist im nassen Zustand besser möglich. Aber auch vor dem Zuschnitt kannst du darauf achten, dass die Maschen und die Stoffkanten gleich ausgerichtet sind. Ich schneide Strickstoffe am liebsten mit einer scharfen Stoffschere. Mit dem Rollschneider kommst du gerade bei dicken Stoffen nicht gut zurecht. Das Schnittmuster fixiere ich immer mit Stoffklammern auf dem Stoff oder beschwere es mit Nähgewichten, damit nichts verrutscht.

Jetzt kennst du alle Tipps und Tricks rund um die Vorbeitungen für das Nähen mit Strick. Im 2. Teil zeige ich dir was du beim Nähen von Strickstoffen beachten musst.

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